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Tschüs Heidelberg: Erwin mit Familie ins Land der Elche

Der ehemalige Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Erwin Schmalzhaf, lebt jetzt in Norwegen. Hier mit seinen Söhnen Raffael und Samuel.

Der 48-jährige Erwin Schmalzhaf steht in Jeans und Pulli auf einer Wiese im Süden Norwegens und will seine Schafe füttern. Ein bisschen zögernd kommen die weißen Wollknäuel mit den Glöckchen um den Hals angewackelt. Nebenan angelt der elfjährige Sohn Samuel stolz einen Fisch aus dem Teich und der 17-jährige Raffael berichtet, dass er schon bald eine Ausbildung als Ambulanzfahrer beginnen wird.
Unglaublich? Ein bisschen schon. Bis vor etwas weniger als drei Jahren war das Leben der Familie nämlich ganz anders. Damals war Erwin Schmalzhaf Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nordbaden mit Sitz in Heidelberg. Anders als in Anzug und Krawatte ist der Mann kaum jemandem begegnet. Stets war der gelernte Jurist ein Ansprechpartner in allen Fragen, die das Wohl und Weh der über Tausend Einzelhändler in der Region betrafen.

Das Rätselraten war groß im Herbst des Jahres 2001. Warum bricht jemand, der so etabliert ist, alle Brücken hinter sich ab, verkauft das Haus, hängt den Job an den Nagel und fängt neu an? "Wer Heidelberg den Rücken kehrt, muss gute Gründe haben", sagt er heute, wo Vennesla in der Nähe von Kristiansand die neue Heimat seiner Familie geworden ist. Und es schwingt nur ein zarter Ton von Heimweh mit, wenn er zugibt, dass er die Cafés, den Wein, das Laugengebäck und die Landschaft schon manchmal vermisst. Doch der Niedergang des Einzelhandels, den er in 15 Jahren miterlebte, und ein gerütteltes Maß an Euro-Skepsis trieben ihn nach Norden. Mit der Einführung des Euros wollte er nichts zu tun haben.
Also wurden die Bündel geschnürt. Dass es nicht einfach werden würden, war dabei allen klar. Während die Kinder schon in Deutschland Feuer und Flamme für die Natur und das freie Leben waren, wussten Erwin Schmalzhaf und seine Frau Beate, dass sie ohne Sprachkenntnisse keinen Fuß auf die Erde bekommen würden. Zusammen drückten sie die Schulbank. 800 Stunden Sprachunterricht gab's für jeden kostenlos.
Die Kinder stießen auf traumhafte Schulbedingungen. 13 bis 15 Schüler pro Klasse. Unterrichtet wird mit zwei Lehrern gleichzeitig. Jugendarbeitslosigkeit ist unbekannt. Der norwegische Staat sorgt dafür, dass keiner durch die Maschen fällt. "Luxuskommunismus" nennt Schmalzhafs Freund Helge Lühr das. Geprägt von den deutschen Verhältnissen sieht Auswanderer Erwin das ein wenig anders. "Das Leben ist einfacher hier", vergleicht er, "mir geht es besser, der Stress ist einfach geringer". Von acht bis 16 Uhr dauert der normale Arbeitstag. Dann geht es nach Hause zum warmen Essen mit der Familie und anschließend ist gemeinsame Freizeit angesagt.

"Das bedeutet aber nicht", erklärt Erwin Schmalzhaf, "dass die Norweger faul wären". Trotz der Ruhe im Umgang miteinander sei die Arbeit nämlich höchst effektiv. Sekretärinnen gibt es nicht in seiner Firma. Die Hierarchien sind flach. Auch der Chef greift zum Staubsauger, wenn das Büro dreckig ist. "Die Leute hier denken mit und legen Wert darauf, dass jeder weiß, warum er etwas tut", beschreibt Erwin Schmalzhaf.  Das bedeutet aber auch, dass die Gehaltunterschiede zwischen den Berufs- und Altersgruppen sehr gering sind. Der Staat ist fürsorglich, will dafür aber auch vieles wissen. Dass die Vermögensverhältnisse in der Zeitung stehen, das hat dem Juristen am Anfang schier die Sprache verschlagen. Dafür ist das mit der Steuer ganz einfach. 28 Prozent Lohnsteuer, dann noch einmal knapp acht Prozent für Sozialversicherungen und das war's. Auch die Vielfalt im Einzelhandel erinnert Schmalzhaf noch an die Zeit vor einigen Jahrzehnten. Während im Deutschland nur ein Prozent vom Umsatz verdient wird, sind es in Norwegen acht.

Nach rund einem Jahr hatte der Ex-Geschäftsführer eine Arbeitsstelle in einem Bauunternehmen gefunden. Dort ist er unter anderem für die Kundenkontakte nach Deutschland zuständig. Norwegische "Hütten" (das Wort trügt, eigentlich sind ziemlich komfortable Ferienhäuser gemeint) an die Deutschen zu bringen, ist eines der Ziele. Dabei kommt Schmalzhaf seine Euroskepsis als Argumentationshilfe zupass. Eine stabile Wertsteigerung verspricht der Immobilienbesitz in dem skandinavischen Land, das sich beharrlich weigert der Europäischen Union beizutreten.
Gemeinsam mit norwegischen Geschäftspartnern möchte er seinen ehemaligen Landsleuten den Reiz der eigenen "Hütte" erlebbar machen. Viele der hektischen Deutschen, so hat eine Studie ergeben, haben eine große Sehnsucht nach einem zweiten Heim mitten in der Natur, wo sich ihre im harten Existenzkampf gebeutelten Psychen regenerieren können.
Den einen oder anderen, da ist sich Schmalzhaf sicher, wird es dauerhaft ins Land der Elche ziehen. Deshalb sind die "Hütten" auch mit Einbauküche, Strom, Wasser und Heizung versehen. Rund 110000 Euro sollte man aber schon im Gepäck haben. Dafür gibt es das kleinste Ferienhaus mit 55 Quadratmetern samt Grundstück und Bootsplatz am Oggesee.

Info: Erwin Schmalzhaf, Firma Silvatica, Vikeland, N-4700 Vennesla, Norwegen. Fax: 0047 38154435

Kirsten Baumbusch in der RNZ vom 22.5.2004

 

 

 

 

 

ebay-Night für die Marienhütte

Es war eine wirklich gute Nachricht im letzten Herbst: der Gemeinderat und die Stadtsynode der Evangelischen Kirche haben dem Sanierungskonzept zur Marienhütte zugestimmt, das maßgeblich vom Diakonischen Werk unter Mitwirkung des Evangelischen Kinder- und Jugendwerkes und der Stadt zustande gekommen ist. Damit werden zusammen 380000 Euro aufgebracht, wovon die Stadt 220000 Euro und die Kirche rund 160000 Euro beisteuern.
Die Evangelische Kirche, die diesen Betrag nicht alleine aufbringen kann, ruft jetzt zu einer großen Spendenaktion auf - und sie geht dabei ungewöhnliche und neue Wege. Am Samstag, 31. Mai, 19.30 bis 24 Uhr, gibt es im Schmitthennerhaus in der Heiliggeiststraße 17 erstmals eine so genannte "ebay-night", deren kompletter Erlös für die Sanierung der Marienhütte verwendet wird.

Die "Marienhütte" oberhalb des Schlosses ist eine Einrichtung, zu der wohl fast jeder Heidelberger, der hier aufgewachsen ist, irgend einen Bezug hat. 1928 wurde sie eingeweiht und diente fortan Erholungsmaßnahmen für Familien, vor allem für Mütter und Kinder. 1965 wurde der Neubau westlich des Haupthauses in Richtung Schützenhaus erstellt; seither gibt es Platz für rund 200 Kinder, für die das Diakonische Werk hier Stadtranderholungen durchführt. Jetzt ist die Hütte in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Und Geld dafür soll eben die "ebay-night" am 31. Mai erbringen.

Was ist unter einer solchen "ebay-night" zu verstehen? Unter dem Eintrag "Marienhuette" ist die Heiliggeistgemeinde bei ebay, dem Internet-Auktionshaus, eingetragen. Gespendete Artikel werden von einem Team der Heiliggeistgemeinde über ebay ins Internet eingestellt - und dann können Millionen von Nutzern von ebay übers Internet diese Artikel ersteigern. Den Ablauf der Versteigerungen präsentiert die Gemeinde in der besagten "ebay-night" am 31. Mai.

Wer einen Artikel für die "ebay-night" spenden kann, sollte ihn bis zum 26. Mai abgeben im Schmitthennerhaus, Heiliggeiststraße 17, Telefon 06221/21117. Die Abgabe sollte ab 9 Uhr erfolgen. Besonders geeignete Artikel sind CDs, Schallplatten, Bücher, Hefte wie Asterix und Obelix, gutes Geschirr, Spielsachen, Sammlerobjekte wie Blechreklameschilder, Spielzeugautos und vieles mehr. Ab dem 27. Mai stehen die Artikel zur Versteigerung im Internet und laufen am 31. Mai ab.
Die Veranstalter freuen sich auch über Geldzuwendungen: Heiliggeistgemeinde, H+G Bank Heidelberg, BLZ: 672 901 00, Konto Nr.: 60 23 81 03, Stichwort "Marienhütte".
Alle Artikel werden am 31. Mai im Internet zwischen 19.30 und 24 Uhr vorgestellt. Mittels eines Beamers und einer Großleinwand sind die Auktionen sichtbar. Zudem kann man am Abend im Schmitthennerhaus live bei den Auktionen vor Ort dabei sein. Wenn etwas bei der "ebay-night" nicht versteigert wird, werden die Artikel beim Flohmarkt im Rahmen des Gemeindefestes von Heiliggeist am 22. Juni angeboten. Auch der Erlös dieses Festes kommt der Marienhütte zugute.

Wer helfen will, für den ist jetzt "Mitdenken, Mitsuchen und Artikel zur Versteigerung abgeben" angesagt, wie es der evangelischen Dekan Steffen Bauer ausdrückt. Bauer, der Mentor hinter dieser Veranstaltung, ist der Meinung, dass die "ebay-night" exemplarisch zeige, wie sehr in der Kirche über neue Formen nachgedacht werden müsse, Projekte und Ideen zu finanzieren. "Mit der Kirchensteuer allein können wir kaum die Grundversorgung unserer Gemeinden, Werke und Dienste sichern", so der Dekan "und deshalb brauchen wir viele Ideen und nicht etwa Kleinmütigkeit und Resignation".

Die Idee der "ebay-night" wurde während eines Wochenendes des Ältestenkreises Heiliggeist geboren. Unter den Spendern für die "ebay-night" ist auch der badische Landesbischof Ulrich Fischer. Als Anhänger des Hamburger Sport Vereins bekam er zum Dienstantritt ein HSV-Trikot mit der Aufschrift "Fischer" und der Spielernummer 1 geschenkt. Dieses wird zur Versteigerung angeboten.

Mit dem Geld, das bei der "ebay-night" gesammelt wird, wird zunächst das Außengelände der Marienhütte neu hergestellt. Vielfältige Außen- und Umweltaktionen sollen ermöglicht werden; die Konzeptionen dafür wurde mit dem Umweltbürgermeister der Stadt erarbeitet. Daneben wird das Wirtschaftsgebäude aus dem Jahre 1965 grundlegend saniert. Die Sanitäranlage werden völlig erneuert, die Heizung ebenfalls, die Wärmedämmung wird verbessert. Schließlich werden Werkräume für Kinder- und Jugendliche eingerichtet.

Das Diakonische Werk wird ab Sommer die Stadtranderholung auch auf die sogenannten kleinen Ferien ausdehnen und zukünftig also auch zu Ostern sowie im Herbst Kinder- und Jugendliche einladen, ihre Ferien ganz in der Nähe des Schlosses zu verbringen. Daneben wird es weiter möglich sein, Geburtstage, Hochzeiten und andere Familienfeste fort zu begehen.
Peter Wiest , RNZ vom 21.5.2003, www.rnz.de

  • Spendenabgabe: bis 26. Mai im Schmitthennerhaus, Heiliggeiststraße 17, Telefon 06221/21117.
  • ebay-night: Samstag, 31. Mai, 19.30 bis 24 Uhr, gibt es im Schmitthennerhaus 
  • Geldzuwendungen: Heiliggeistgemeinde, H+G Bank Heidelberg, BLZ: 672 901 00, Konto Nr.: 60 23 81 03, Stichwort "Marienhütte".

 

 

Adoption - Verein Eltern-Kind-Brücke mit Auslandsvermittlung

Der Heidelberger Verein Eltern-Kind-Brücke hat nun als eine von sechs Organisationen in Deutschland eine Anerkennung für Auslandsvermittlung

"Die Adoption ist eine Entscheidung fürs Leben, da sollte man nichts überhasten." Berit Haas ist erste Vorsitzende des Vereins Eltern-Kind-Brücke und weiß genau, wovon sich spricht. Hat doch die Heidelbergerin nicht nur selbst Kinder adoptiert, sondern sie hat auch mit dem Verein die Anerkennung als Auslandsvermittlungsstelle nach der Haager Konvention geschafft. In Kooperation mit dem Diakonischen Werk Rhein-Neckar kann die Eltern-Kind-Brücke Kinder aus Nepal, Thailand, Bulgarien, Polen, Tschechien, Rumänien und der Russischen Föderation nach Deutschland vermitteln. Ganz bewusst hat sich der Verein damit auf zwei Kulturkreise beschränkt.

Dass der Heidelberger Verein diese Anerkennung erhielt, ist alles andere als selbstverständlich. Bundesweit gibt es nur sechs Stellen, die ähnliches erreicht haben. "Wir wollen aber auch etwas tun, für die 99,9 Prozent der Kinder, die nicht adoptiert werden", erläutert Berit Haas weiter. Das heißt im Klartext, es werden auch Patenschaften vermittelt und Familien in den Herkunftsländern unterstützt.

Aber auch nach erfolgreicher Adoption ist die Tätigkeit des Vereins, der seit Januar 2000 rund 30 Kinder vermittelt hat, noch lange nicht zu Ende. Ebenso sorgfältig wie die Vorbereitung ist auch die Begleitung danach. Da werden Netzwerke unter Adoptivfamilien gebildet und im Fall des Falles wird auch Erziehungsberatung geleistet. Probleme mit der Identitätsfindung haben zwar alle Kinder, doch bei adoptierten Kindern fällt das ein bisschen schwerer ins Gewicht. "Diese Kinder bringen ihr Päckchen mit", wissen Berit Haas und die zweite Vorsitzende Edith Hufnagel, die mit ihr gemeinsam die Geschäftsführung des Vereins macht.

Dass eine Auslandsadoption viel Geduld und Geld erfordert, das verhehlt auch der Leiter des Diakonischen Werks Rhein-Neckar-Kreis, Siegmund Zimmermann, nicht. Zunächst einmal wird deshalb vom örtlichen Jugendamt ein Sozialbericht erstellt. Der klärt, ganz genauso wie vor der Vermittlung eines deutschen Adoptivkindes, ob die Paarbeziehung der Eltern stabil ist, welche Erziehungsvorstellungen sie haben und welche Erwartungen sie hegen. "Ein Kind ist kein Klebemittel und keine Sinnerfüllung", das gelte grundsätzlich, sagt Berit Haas. Noch während dieser Eignungsbericht des Jugendamtes erstellt wird, suchen sich Adoptiveltern in spe einen Vermittlungsdienst. Diese Dienste agieren bundesweit, deshalb erreichen auch die Eltern-Kind-Brücke Anfragen aus ganz Deutschland. Die Paare erwartet dann eine Reihe von Bewerberseminaren und Fachgespräche, bis alle Dokumente zusammen sind. Dann gehen es in der Regel noch anderthalb bis zwei Jahre ins Land bis die Adoption zu Stande kommt.

Vermittelt werden zumeist Kinder zwischen einem und fünf Jahren. Das Sprachproblem, so erläutert Edith Hufnagel, wird dabei von den meisten Adoptiveltern unterschätzt. In rasender Geschwindigkeit lernen die Kleinen Deutsch und auch die kulturellen Unterschiede machen ihnen zumeist weniger Probleme als erwartet. Ein fünfjähriger Junge aus Nepal, so berichtet Berit Haas, sprach schon wenige Tage nach seiner Ankunft die ersten Brocken deutsch und schreckte auch vor Sauerbraten und Knödeln nicht zurück.

Die Eltern-Kind-Brücke arbeitet grundsätzlich nur mit staatlichen Heimen in den Herkunftsländern zusammen. "Seriosität ist entscheidend", lautet dabei das Motto der Heidelberger. "Billig" ist so viel Aufwand nicht. Mindestens 8000 Euro kostet die Adoption je nach Land. Aufwendig sind dabei nicht nur die Beratung in Deutschland, die Kontaktpflege mit den ausländischen Stellen und die Mitarbeiter vor Ort, sondern auch die Bearbeitungsgebühren. Doch eine solide Vertrauensbasis ist ebenso wichtig wie Klarheit und Transparenz. Wenn die künftigen Adoptiveltern dann hinfliegen, um die Kinder abzuholen, fließt keinerlei Geld mehr. "Es soll nie das Gefühl aufkommen, dass da etwas gekauft wird", sagt Siegmund Zimmermann.

"Der Bedarf ist da", das erfahren die Verantwortlichen jeden Tag. In den westlichen Ländern steigt die Kinderlosigkeit und in vielen Entwicklungsländern die Not. Und es gibt immer noch viele Kinder, für die die Auslandsadoption die einzige Chance ist, in einer Familie groß zu werden. Seien es Romakinder aus Bulgarien oder Kinder von Minderheiten in Nepal oder Thailand.

Kirsten Baumbusch , RNZ vom 17.10.2002, www.rnz.de

  • Verein Eltern-Kind-Brücke, Tel 06221/833148, Fax 833138
  • eMail pcb@diakonie-ekb.de
  • Spendenkonto für Patenschaften: Nr 908673, Sparkasse Heidelberg, BLZ 67250020

 

Heidelberger Familienbüro fordert Einkommen für Erziehung

Erziehung und Bildung müssen nach Meinung des Heidelberger Büros für Familienfragen und Soziale Sicherheit (HBF) stärker in den Mittelpunkt volkswirtschaftlicher Aktivität rücken. «Neben den öffentlichen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen komme dabei den Familien und ihrem Umfeld eine zentrale Bedeutung zu», teilte das HBF am Mittwoch in Tübingen mit. Berechnungen zu Folge mache der Wert der elterlichen Erziehungsleistung rund 42 Prozent des gesamten Humankapitals aus. Bei schwindende Kinderzahlen und nachlassender Erziehungs- und Bildungskraft in den Familien sei es nahe liegend, es Eltern wirtschaftlich zu ermöglichen, mehr Zeit für die Erziehungs- und Betreuungsarbeit aufzuwenden.

Diese Leistung könne den Anspruch erheben, in Form eines frei zu verwendenden Erziehungseinkommens gesamtgesellschaftlich finanziert zu werden. Die Höhe dieses Einkommens müsse sich aus seinem volkswirtschaftlichen Wert ergeben, forderte das HBF. «Das Erziehungseinkommen würde nicht nur in vielen Familien die wirtschaftliche Voraussetzung dafür schaffen, Kindern mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Nach einem neuen Gutachten des Bonner Zentrums für Angewandte Wirtschaftsforschung könnte ein zusätzliches Erziehungseinkommen ein wesentlicher Schritt zur Schaffung von Vollbeschäftigung sein, erklärte das HBF.

Fakt sei, dass sich das geleistete Arbeitsvolumen im vergangenen Jahrhundert halbiert habe. Dieser Trend setze sich fort. Damit sinke zwangsläufig der Bedarf an Arbeitskräften. Selbst bei Annahme günstiger Wachstumsbedingungen würden bis 2015 rund eine Million Arbeitskräfte weniger benötigt als im Jahr 2000.

RNZ vom 11.7.2002

 

 

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